Crowdfunding

Crowdfunding: Eine umfassende Übersicht

Crowdfunding, auch bekannt als Schwarmfinanzierung, ist eine innovative Finanzierungsform, bei der viele Menschen (die „Crowd“) Geld für Projekte bereitstellen. Diese Methode wird häufig von Startups, Künstlern und Non-Profit-Organisationen genutzt, um finanzielle Mittel zu akquirieren, ohne auf traditionelle Banken angewiesen zu sein.

Was ist Crowdfunding?

Crowdfunding (zu Deutsch: Schwarmfinanzierung) ist eine Finanzierungsart, bei der Internetnutzer (auch die „Crowd“ oder „Crowdfunder“ genannt) Geld zur Finanzierung eines bestimmten Projekts zur Verfügung stellen. Dieses Geld kann zur Wachstumsfinanzierung von Startups, der Entwicklung und Produktion von Produkten oder der Gründung von Unternehmen dienen. Auch Film-, Kunst- und Musikprojekte sowie Non-Profit-Organisationen nutzen häufig die Möglichkeit des Crowdfundings. Als Gegenleistung erhalten Geldgeber beispielsweise Sachgüter (z. B. das finanzierte Produkt) oder spezielle Privilegien wie den Zutritt zu exklusiven Backer-Events („Backer“ = englisch für Unterstützer). Eine Rückzahlung oder Verzinsung des Geldes ist bei der Grundform des Crowdfundings nicht vorgesehen.

Geschichte des Crowdfundings

Die erste Crowdfunding-Kampagne im Internet wurde 1997 von der britischen Rockband Marillion durchgeführt, um eine Reunion-Tournee in Nordamerika zu finanzieren. Diese Kampagne erzielte Einnahmen von rund 60.000 US-Dollar. Inspiriert von diesem Erfolg gründete der amerikanische Musikproduzent Brian Camelio im Jahr 2000 die Plattform „ArtistShare“, die es Nutzern ermöglicht, in Musikprojekte zu investieren. 2005 startete die erste Plattform „Fundable“, gefolgt von den heute führenden Anbietern „Indiegogo“ und „Kickstarter“.

Wie funktioniert Crowdfunding?

Um eine Crowdfunding-Kampagne zu starten, müssen sich Interessierte auf Plattformen wie Indiegogo oder Kickstarter anmelden und ein Projekt einstellen. Eine aussagekräftige Beschreibung, die Ziele und Risiken umfasst, ist entscheidend für den Erfolg. Kampagnenbetreiber legen ein Finanzierungsziel fest, das den Betrag angibt, den sie benötigen. Die Plattformen erheben Gebühren von 3 bis 5 % des Gesamtbetrags, sofern das Ziel erreicht wird. Um Unterstützer zu gewinnen, können Belohnungen (Perks oder Rewards) angeboten werden, die an einen bestimmten Mindestbetrag gebunden sind.

Formen des Crowdfundings

Es gibt verschiedene Formen des Crowdfundings, die sich durch die Art der Gegenleistung unterscheiden:

  • Crowdfunding: Startups und Künstler finanzieren Projekte und bieten materielle oder immaterielle Belohnungen an.
  • Crowdlending: Privatpersonen erhalten Kredite von der Crowd, die sie zu einem festgelegten Zinssatz zurückzahlen.
  • Crowdinvesting: Anleger beteiligen sich am Erfolg von Unternehmen und erhalten Renditen, jedoch mit hohem Risiko.
  • Crowddonating: Menschen spenden für wohltätige Zwecke, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

Crowdfunding während der Coronakrise

Die Coronakrise führte zu einem Anstieg von Crowddonating-Kampagnen, die Einrichtungen unterstützen, die finanziell betroffen waren. Plattformen wie „StartNext“ haben spezielle Bereiche für Corona-Projekte eingerichtet.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Das Kleinanlegerschutzgesetz von 2015 schützt Investoren, indem es die Beträge, die ohne Vermögensauskunft investiert werden können, limitiert. Dies soll das Risiko für Kleinanleger minimieren.

Weblinks

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