Open Directory Project

In Kürze: Open Directory Project (ODP)

Das Open Directory Project, auch bekannt als DMOZ, ist ein mehrsprachiges, von Menschen gepflegtes Webverzeichnis mit Millionen von Einträgen in Hunderttausenden Kategorien. Es bietet eine Plattform für die manuelle Eintragung von Webseiten durch Redakteure und fördert den freien Zugang zu Informationen im Internet.

Erklärung: Open Directory Project

Das Open Directory Project (ODP) ist ein mehrsprachiges Verzeichnis von Webseiten, das auch unter dem Namen DMOZ bekannt ist. Es gilt als das größte von Menschen gepflegte internationale Webverzeichnis und umfasst Millionen von Einträgen in Hunderttausenden von Kategorien. Die Webseiten werden von Redakteuren (ODP-Editoren) manuell eingetragen, und die Daten des ODP stehen jedem frei zur Verfügung.

Entwicklung des ODP

Gegründet wurde das ODP am 5. Juni 1998 unter dem Namen “Gnuhoo”. Aufgrund von rechtlichen Gründen erfolgte noch im selben Jahr eine Umbenennung in “Newhoo”, bevor Netscape das Verzeichnis übernahm und es in Open Directory Project umbenannte. Die Einträge werden unter einer Open-Content (Inhalt)-Lizenz veröffentlicht. Der Name DMOZ stammt von der ursprünglichen Hosting-Adresse directory.mozilla.org, während die Domain dmoz.org für das gesamte Verzeichnis verwendet wurde.

Ziele und Philosophie

DMOZ wurde mit dem Ziel gegründet, ein umfassendes und ständig aktualisiertes Verzeichnis für das Internet zu schaffen. Es sollte sich von anderen automatisierten Webkatalogen abheben, die oft an Aktualität mangelten. Zudem wollte das ODP einen Gegenpol zum kommerziellen Internet darstellen, indem es den freien Zugang zu Informationen fördert. Die Nutzung der Informationen ohne urheberrechtliche Angaben trug zur Verbreitung des Verzeichnisses bei.

Editoren und Eintragsprozess

Jeder kann sich kostenlos registrieren und Editor werden. Nach einer Begutachtung wird entschieden, ob der Bewerber angenommen wird. Die Aufgaben der Editoren umfassen die Überprüfung, Bewertung, Beschreibung, Zuordnung und Eintragung von Webseiten. Einträge werden sowohl thematisch als auch geografisch geordnet und bestehen aus einem Titel (der verlinkten Website) und einer kurzen Beschreibung.

Nutzung der DMOZ-Daten durch Google

Bis 2011 nutzte Google die Daten des Verzeichnisses zur Erstellung des Google Open Directory. Die darin enthaltenen Webseiten wurden nach PageRank sortiert. Matt Cutts erklärte, dass Google die Nutzung der DMOZ-Daten in einigen Ländern deaktiviert habe, jedoch teilweise Informationen von DMOZ für die Ausgabe von Snippets verwendet werden.

DMOZ und SEO

Ein Eintrag bei DMOZ galt lange Zeit als Pflicht für die Suchmaschinenoptimierung (SEO), da das Verzeichnis aufgrund seiner redaktionellen Pflege hohes Ansehen genoss. Webseitenbetreiber profitierten von Backlinks, die aus DMOZ übernommen wurden. Heute hat DMOZ jedoch an Bedeutung als wertvoller Backlink verloren, da Suchmaschinen die Funktion von Webverzeichnissen übernommen haben. Matt Cutts stellte fest, dass ein Link von DMOZ keinen höheren Stellenwert hat als Links von anderen Quellen und dass ein Eintrag nicht zwingend erforderlich ist.

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